Liebe NutzerInnen von mastodonten.de,
mir wurde, weil ich nicht schnell genug auf Moderationsanfragen auf unliebsame und grenzüberschreitend empfundene Tröts reagiert habe, mit der Anwendung des NetzDG gedroht. Für mich ist damit eine Grenze überschritten worden, bis zu der ich bereit bin diese Instanz zu betreiben. Ich werde mir innerhalb der nächsten 24h überlegen, ob ich die Instanz schließe. Im Moment tendiere ich stark dazu. Als ersten Schritt schließe ich die Anmeldemöglichkeit.

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Liebe NutzerInnen von mastodonten.de,

leider bin ich den ganzen Tag nicht zur Ruhe gekommen, weil mich die ganzen Geschehnisse die ganze Zeit so bewegt habe. Ich möchte euch bitten, mir noch etwas mehr Zeit einzuräumen.

Mir haben die Kommentare von vielen schon wieder Mut gemacht, weiter zu machen. Auf der anderen Seite habe ich eigentlich keine Lust mir meine sehr knappe private Zeit von solchen Vorkommnissen vergiften zu lassen.

Ich wünsche allen einen schönen Abend!

Liebe NutzerInnen von mastodonten.de.

Ich hatte mittlerweile die Chance nach den letzten turbulenten Tagen ein wenig zur Ruhe zu kommen und bin zu der Entscheidung gekommen, dass ich mastodonten.de weiter betreiben möchte.
Bei meiner Entscheidung haben mir Gespräche mit meiner Frau, Freunden und Kollegen sowie der Austausch und die Unterstützung aus dem Fediverse sehr geholfen.
Ich bin froh, dass ich mir die Zeit zum Reflektieren genommen habe.
...

Noch einige Worte zu den Vorkommnissen: auch hier hat es gut getan, mir die Zeit zu nehmen. Wenn man angegriffen worden ist oder dies so empfindet, reagiert man glaube ich schnell falsch. Hätte ich gestern oder vorgestern Entscheidungen getroffen, hätte ich vielleicht auch mit einem Aufruf zum Blocken von Instanzen und Personen aufgerufen. Doch dies hätte dem nur Schaden zugefügt. Einem Projekt welches mir am Herzen liegt. Ich persönlich habe Personen, die mich bedroht haben, geblockt

. Dies ist ein Vorgehen, welches nicht zu einem guten, gepflegtem Umgangston passt. Aber z.B. die Instanz die sie betreibt, nicht. Ich möchte ja nicht die (wenigen) User in Haft nehmen, die bei der Instanz angemeldet sind, für das Verhalten dieser einen Person. Wobei es sicherlich auch Fälle gibt, wo es Sinn macht ganze Instanzen zu verbannen...

Mastodonten.de ist eine Instanz, auf der , u.a. keinen Platz haben. Dies steht fest und stand auch immer fest. Hätte ich das Video, gesehen, welches mir im Nachhinein gezeigt worden ist, hätte ich den Toot sofort gelöscht und den Account verwarnt.
Dies war nicht der Fall. Hinzu kam, dass meine Reaktion gegenüber denjenigen, die sie gemeldet haben, vielleicht etwas patzig war. Allerdings bin ich vorher auch bedroht worden und es gab eine öffentliche Diskussion darüber,

dass ich den Account nicht schnell genug löschen würde. In diesem Punkt möchte ich gerne die Regeln für mastodonten.de auch ergänzen, damit dieses öffentliche an den Pranger stellen, ob begründet oder unbegründet, aufhört. Öffentliche Beleidigung und Aufrufe zum Blocken oder Löschen sind m.E.n. kontraproduktiv. Über Formulierungsvorschläge würde ich mich freuen.

Auch ich hatte das Gefühl an den Pranger gestellt zu werden. So wurde ich zu einem katholischen Transhasser, der Diskriminierung toleriert. Nichts davon ist wahr. Auch dies zeigt mir, dass vorschnelles Urteilen und Blocken, Löschen usw. nicht der richtige Weg sind. Von einer Instanz wurde ja bereits die ganze Instanz mastodonten.de nach 45 Minuten geblockt, wobei diesem ein fehlerhaftes Urteil zugrunde lag.

Die Kommunikation war nach diesem aggressiven Vorgehen danach nachhaltig gestört. Ich bewerte dies als extrem schädlich für das , habe aber gesehen, dass ich es einfach akzeptieren kann und ja auch muss, dass der Stand der Dinge jetzt so ist.

Doch wie soll es weiter gehen? Ich würde mir wünschen, ein Moderatorenteam für mastodonten.de zu gründen, so dass ich erstens nicht alles alleine machen muss und zweitens auch andere Sichtweisen immer produktiv sind. Für eine fernere Zukunft würde ich mich @favstarmafia anschließen und mir wünschen, dass Moderatoren gewählt werden. Vielleicht ist es auch eine Idee sich mit anderen Instanzen zusammenzuschließen und gemeinsam zu moderieren.

Hinderlich ist sicherlich auch die Größe einiger Instanzen, die zu einem Machtgefälle im Fediverse führen, bei dem sich kleinere Instanzen den Wünschen größerer Instanzen eher beugen müssen. Doch hier sehe ich auf die Schnelle keine Möglichkeit dies zu ändern.

Aber darf ich als nicht Transmensch überhaupt bei möglicher von Transmenschen Vorgänge beurteilen und moderieren oder muss dies dann nicht eine betroffene Person tun? Ich glaube, dass es wichtig ist, Betroffene anzuhören und von diesen auf Diskriminierung hingewiesen zu werden. Denn als nicht-Betroffener ist es glaube ich schwer manche Diskriminierung wahrzunehmen.

Doch ich glaube, dass es sogar hinderlich sein kann, wenn eine betroffene Person Urteile in diesem Zusammenhang fällt. Die eigene emotionale Einbindung ist m.E.n. zu hoch, um Dinge gegeneinander abzuwägen. Nicht umsonst ist es in allen Rechtsstaaten ausgeschlossen, dass Opfer richten und das Konzept der Rache hat in einem Rechtsstaat nichts zu suchen.
Und Abwägungsprozesse sind bei einer Moderation m.E.n. sehr wichtig, denn es gibt immer verschieden Rechtsgüter gegeneinander abzuwägen.

Ohne demokratische Grundrechte wie Meinungsfreiheit u.a. würde es Schutzrechte für Minderheiten, also z.B. ein Diskriminierunsverbot nicht geben. Von daher ist es m.E.n. absurd das Diskriminierungsverbot als einziges gelten lassen zu wollen. Ich wiederhole an dieser Stelle zur Sicherheit, da ja häufig nur partiell gelesen wird, aber noch mal als Bezug zu dem aktuellen Fall: hätte ich das Video gesehen, hätte ich anders gehandelt.

Einige forderten mich auf, doch gewisse die Rechte nicht so hoch zu halten und generell nicht so sehr auf Demokratie zu setzen bei der Moderation. Dies ist mir als überzeugte Demokrat nicht möglich und entspricht m.E.n. auch nicht dem Grundgedanken des .

Ich bedaure es sehr, dass durch die ganzen Vorgänge diskriminierende Inhalte so sehr in die Öffentlichkeit gerückt worden sind. Auch aus diesem Grund sind öffentliche Aufrufe m.E.n. kontraproduktiv. Ich glaube auch nicht, dass dies von den Personen, die daran beteiligt waren, so gewünscht war.

Diskriminierung, öffentliche Aufrufe zur digitalen Hinrichtung und anderes mögen im Fediverse Probleme sein. Doch neben viel ärgerlicher und unproduktiver Kommunikation wurde mir auch wieder gezeigt, was für Stärken das Fediverse hat und dass es eigentlich ein digitaler Ort ist, an dem sich respektvoller und angenehmer ausgetauscht wird als in allen kommerziellen Netzwerken. Von daher: mastodonten.de bleibt und möchte weiterhin an dieser Kommunikation mitarbeiten!

@scroom Immer doch, lasse dir so viel Zeit, wie du brauchst. Meine Tipps: Mache etwas anderes als Internet, gucke ein #Film, gehe #spazieren (geht wohl doch) und/or unternehme was mit deiner #Freundin (falls du vergeben bist).

Drueber reden hilft aber auch, mit #Freunden und #Verwandten denen du vertrauen kannst (ist mit meiner Freundin der Fall).

@scroom vielleicht solltest du die Arbeit nicht alleine machen.

Alternativ lassen sich auch passende T-Shirts oder Pullover kaufen ...
Nur eine Spontan-Idee, passt nicht und klaert die #Sachlage nicht auf.
@scroom
Meine Meinung: Lass dir nicht drohen und geh es ruhig an.
Das NetzDG verlangt die Löschung rechtswidriger Inhalte nach Kenntnis und man hat auch Zeit zu prüfen. Als privater kleiner Betreiber hat man da nicht viel zu befürchten. Man muss sich nur um die Angelegenheiten kümmern. Man müsste dir auch den Zeitpunkt der Kenntnis nachweisen und es müsste ein grobes Verschulden vorhanden sein. Denke mal das wird schwierig für die Leute die da drohen. IMHO nur heiße Luft ...
Zu guter Letzt ist das NetzDG geschaffen worden um die großen Anbieter z.B. den mit dem bekannten "f" in die Pflicht zu nehmen.
@scroom
Hab das mal schnell rausgesucht.
www.bundesjustizamt.de/DE/Them…
Besonders der letzte Satz ist wichtig. "Zudem ist es zwingend erforderlich, dass Sie die Inhalte erfolglos dem sozialen Netzwerk gemeldet haben, bevor Sie sich an das BfJ wenden." Der Erfolg war doch da, du hast dich drum gekümmert, damit ist der Ausflug ins NetzDG auch schon beendet und die Sache wird eingestellt.
@ing @scroom Es kann auch nur heisse Luft gewesen sein, also mit der Drohung mit #NetzDG. Das sollte vielleicht Druck aufbauen.

Lasst uns mal den Alexander heute Abend in Ruhe lassen.
@roland @ing @scroom

Es kann auch nur heisse Luft gewesen sein, also mit der Drohung mit #NetzDG. Das sollte vielleicht Druck aufbauen.

Richtig so ist es. Das passt zu dem, sagen wir mal "freundlich" eher "suboptimalen" Vorgehen von chaos.social in dieser Sache.

Ich hoffe auch sehr, dass sich @scroom das mit dem schließen seiner Instanz nach dieser öffentlichen Hexenjagt noch überlegt.
Es wäre nicht nur für die User dieser Instanz sehr schade sondern auch für das Fediverse selber.
Überhaupt ist dieser klägliche Umgang mit dieser Sache alles andere als eine Werbung für die Fediverse.

@scroom Ich würde es tatsächlich sehr schade finden, wenn du mastodonten.de schließt. Ich bin von Twitter ins Fediverse gewechselt, weil ich keine Lust mehr auf Blocken statt Diskurs, auf Bubble Bildung und moralische Deutungshoheit hatte und hier ist es ja auch wesentlich angenehmer. Wenn deine Instanz verschwindet, eben aus teilweise diesen Gründen, finde ich, ist es ein falsches Signal an die User und an die Betreiber kleinerer Instanzen. Ich würde mich freuen, wenn du weitermachst!

@scroom Wer als Dienstanbieter sehr kontroversen Inhalten eine Plattform bieten will, muss sich überlegen, wie er mit den daraus resultierenden Problemen umgehen kann. Aber kein nichtstaatlicher Dienstanbieter ist direkt der Meinungsfreiheit verpflichtet. Meinungsfreiheit ist ein Abwehrrecht des einzelnen gegenüber dem Staat. Ein nichtstaatlicher Dienstanbieter kann einen freundlichen und konstruktiven Umgang auf seiner Plattform zur Bedingung machen und 1/2

@scroom

jegliche Inhalte oder Accounts ohne Vorwarnung entfernen, die dem nicht nachkommen.

Im eigenen Interesse sollten hier Löschregeln schon lange vorher greifen, bevor man auch nur in die Nähe justitiabler Vorgänge kommt. 2/2

@scroom Das hier ist u.a. deshalb nicht Twitter, weil hoffentlich viele engagierte Admins wie du auf ein freundliches Miteinander achten.

@elottermann
Ja, das stimmt, denke ich. Hierzu bedarf es meiner Einschätzung nach aber auch immer Zeit um Vorgänge zu überprüfen und einzuschätzen und auch Dinge nachzufragen. Wenn Accounts auf Zuruf oder auf der Basis von Vermutungen und Unterstellungen direkt gesperrt werden, trägt dies nicht zu einem respektvollen Miteinander bei. Wie sehr man auf die Schnelle daneben liegen kann, zeigt doch deine Google-Recherche. Du schließt von dem Namen der Schule, an der ich....

@elottermann
tätig bin, darauf, dass diese katholisch sei (es handelt sich um eine städtische Schule), dass ich konservativ sein müsste. Ich hoffe, dass ich dir nicht zu nahe trete, wenn ich dir sage, dass das Diskriminierung ist und dazu noch falsch.

@elottermann
Ich fühle mich als Demokrat der Meinungsfreiheit und auf der anderen Seite auch den Schutzrechten von Minderheiten verpflichtet. Hier braucht es auch in einem öffentlichen Raum, wie dem Fediverse, einen Abwägensprozess zwischen diesen beiden Rechtsgütern. Ich möchte mich auf meiner Instanz auf keinem Fall als Diktator gerieren. Ein Vorgehen ohne demokratische Prinzipien ist für mich ausgeschlossen. Dann würde ich die Instanz lieber einstellen.

@scroom Oha, ich glaube da stehst du dir selbst im Weg und legst deine Messlatte deutlich zu hoch. Im Ergebnis erweist du deinen Idealen den denkbar schlechtesten Dienst, wenn deine Instanz geblockt wird, weil du deinen eigenen Idealen nicht gerecht werden kannst.
Häng die Messlatte einfach tiefer und beschränke dich auf ein freundliches und konstruktives Miteinander und alles andere wirf ohne langes Nachdenken raus.

@scroom Du kannst keine demokratischen Prozesse für die Administration deiner Instanz etablieren und das erwartet auch kein vernünftiger Mensch. Die Demokratie sehe ich im Fediverse als Ganzes viel eher gewahrt. Und dazu muss jeder Admin auf seiner Instanz so viel Diktator sein, dass er nicht mit anderen Admins in Konflikt kommt.

@scroom Ich würde das Fediverse nicht pauschal als öffentlichen Raum bezeichnen, sondern zwischen privaten und öffentlichen Instanzen unterscheiden. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind die Admins einer Instanz eines e.V. mit Gemeinnützigkeitsanspruch sehr viel mehr der Wahrung von Grundrechten verpflichtet als der Admin einer privat betriebenen Instanz.

@scroom Danke Alexander! Auf dieses Statement von dir habe ich gehofft. Bisher kannte ich nur die Meinung der Gegenseite. Meine Entscheidung abzuwarten und zu bleiben war also richtig. Ich freue mich, dass du dich entschieden hast, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen. Dafür bekommst du auch meine Hochachtung. Soviel erstmal in Kürze, denn es ist schon spät. Danke nochmal. 🙂

@scroom Danke! Ich freu mich über deine offenen Worte, die ich so unterschreiben kann.

Es hat mich getroffen, wie hart und unversöhnlich einige Leute (auch mir gegenüber) geurteilt haben. Das hatte ich bisher nicht erlebt und ich treibe mich schon etliche Jahre in diesem Internetz rum. Man lernt halt nie aus.

Wenn du Hilfe/Unterstützung brauchst, melde dich bitte.

@scroom
1. Ich finde es echt super das du weitermachst.

2. Du hörst dich SEHR vernünftig an. Das hätte ich mir von ALLEN Beteiligten gewünscht.

3. Nachdem ich deine Toots gelesen hatte wusste ich das ich mich auf der richtigen Instanz angemeldet habe. Auch wenn dich/uns die "großen" Instanzen blockieren werde ich trotzdem hier bleiben.

4. Nach dieser Sache sehe ich nun das Fediverse mit anderen Augen...

Danke Alexander!

@scroom

Ich danke Dir!

Einmal dafür, dass es hier weitergeht.

Aber noch viel mehr dafür, wie Du zu der Entscheidung gekommen bist und welche Gedanken Du Dir gemacht hast. Das zeigt mir, dass ich hier richtig bin.

@scroom

Wie sehr die Blockade durch eine große Instanz und wenige kleine hier reinhauen wird, werden wir sehen.

@senfcall kann ich hoffentlich auch auf @senfcall.de folgen.

Der Rest meiner ehemaligen Follower-Beziehungen mit der großen Instanz ist dann tatsächlich "Kollateralschaden". Schade, denn wir sind uns in der einen, der anderen oder in beiden Richtungen bewußt gefolgt. Doch nicht genug Grund für mich für einen Zweitaccount oder gar einen Umzug.

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