Ich muss jetzt auch mal was sagen. Und es ist mehr laut denken und Bitte um Relektion von Euch. Bei der ganzen Diskussion um den Bluttest bei Trisomie finde ich das sehr aus dem Tunnel heraus argumentiert. Entweder schwarz oder weiß. Aber es ist grau. Kann ich denn, um den Gendefekt möglichst klein zu halten, schon mit 20 Kinder bekommen? Ich habe keine Ausbildung, keinen richtigen Job, um eine Miete in München zu bezahlen, studiere noch.

Bin ich 30, ist das Risiko erhöht. Habe ich dann einen Kita-Platz? Kann ich es mir leisten, dass ein Partner zu Hause bleibt? Möchte ich zu Hause bleiben? Um wenigstens halbtags zu arbeiten, muss ich ein funktionierendes Kind haben. Bin ich 40, habe ich meist Karriere, Geld, aber ein sehr erhöhtes Risiko für den Gendefekt. Und Eltern, um die ich mich kümmern muss. Wisst ihr, was ich meine? Neben der Tunneldiskussion fühlt es sich doch so an, als muss alles perfekt sein.

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Weil mein Leben und die Gesellschaft mir keine andere Wahl lassen. Nicht der Bluttest ist doch das Problem. Wenn ich keine Angst um Rente, Karriere, Ausbildung, Wohnung hätte, hätte ich vielleicht auch schon mit 20 Kinder bekommen. Und dann vielleicht 5. Und es hätte nicht mit 40 das eine perfekte nobelpreisfähige Kind sein müssen.

Entschuldigung. Ich möchte niemanden damit angreifen. Aber ich finde die Diskussion als nicht vollständig. Und es fühlt sich so mechanisch an, wie da geredet wird.

Es geht doch immernoch um Menschen. Und wer bin ich, zu entscheiden, welches Leben als lebenswert betrachtet werden darf? Aber es gibt halt auch Umstände zu bedenken, die nicht vorkommen in dem Tunnel. Und das finde ich sehr schade.

Danke fürs Lesen. 😘

@Bratkartoffel alles gar nicht so einfach. Auf jeden Fall ist die öffentliche Diskussion um das Thema stark verkürzt - ist aber auch kaum möglich, das im Radio oder einem Zeitungsbeitrag in aller Tiefe zu erörtern...
Schlussendlich ist es immer eine ganz persönliche Entscheidung, was man selbst bereit ist zu erfahren (oder nicht) oder zu ertragen (bzw. eben nicht). Aber diese Entscheidungsfreiheit sollte sich vielleicht auch jeder leisten können...?

@Bratkartoffel war keine Frage an dich sondern auch eher so in den Raum gestellt...

@Bratkartoffel Ich hatte neulich einen Artikel gelesen von Eltern, für die eine Abtreibung im Fall einer Trisomie überhaupt nicht zur Diskussion stand. Aber auch die wollten sicher sein, als sich im Ultraschall Anzeichen zeigten, und vorher Bescheid wissen und haben deshalb den Bluttest machen lassen.

Meine persönliche Meinung ist simpel: Reiche können diese Tests eh jederzeit machen lassen. Mit der Krankenkassenfinanzierung gibt man lediglich allen Menschen diesselbe Handlungsmacht.

@Bratkartoffel Logische Fortsetzung: Entweder man verbietet diese Tests für _alle_. Oder man gibt allen die Möglichkeit, sie machen zu lassen.

@lilo natürlich dürfen solche Tests nur für Reiche sein! Denn damit sichert man sich Status und Wohlstand.

Wer es sich nicht leisten kann und deswegen Behinderte, Alte oder Kranke in der Familie betreuen muss, hat keine Kraft und Zeit, die herrschenden Verhältnissen zu hinterfragen und verändern zu wollen.
@Bratkartoffel

@Bratkartoffel Was mich dabei unter anderem auch bewegt: Ein Kind, ,das keine Trisomie hat, wird doch nicht garantiert ein "funktionierendes" Kind sein. Es gibt so viele Möglichkeiten, was alles schief gehen könnte oder was alles nicht normgerecht laufen könnte. So ist das Leben. Kompliziert. Wenn ich das von vornherein ausschließen möchte, sollte ich lieber gar keine Kinder in mein Leben lassen.

@hikerus @Bratkartoffel Ja, genau: Das Kind von Bekannten hat einen Impfschaden und wird sein Leben lang geistig und körperlich behindert sein... Da hilft auch kein Gentest in der Schwangerschaft.

@nasenspray Oder noch früher: Grosse Schwierigkeiten bei der Geburt mit einschneidenden Konsequenzen für das ganze Leben. @bratkartoffel

@Bratkartoffel als übergrenzer, wir sehen zwei verschiedene systeme, zwei verschiedene gedenken, zwei verscheidene politische wünsche und zwei verscheidene lobby.
Trisomieteste sind immer frei und kostenlos in Fr. und für einpaar Leute den test ist fast pflicht.
Drei monate nach den … einkomme (?), die Mutter gehen wieder zu arbeit, sonst sind sie nicht mehr bezählt. Das Lobby ist arbeiten (für konsommieren), und arbeit zu geben ("kindergarten"), und das möglichkeit die wünsche…

@jybz interessant. Wie sind denn in Frankreich die Abbruchzahlen? Und wie ist dort die ethische Diskussion?

@Bratkartoffel die wünsche zu geben, eltern werden, und die karriere weiter machen. Die ausdrück "rabenmutter" existiert nicht in Fr. Falls man nicht mehr arbeiten wollen um nur um seine kindern zu kümmern, die sind auch frei.
Outre Rhin, es gib dieser Lobby, Frauen mussen zu hause bleibe extra dafür, dann sie wird mehr kinder machen weil sie nichts anders zu tun hat. (So habe ich verstanden, um die "demographische anzahl zu erhören).
Das ist ein politische entscheidung.
Nach der…

@Bratkartoffel nach der dritte kind, hatten in frankreich die famillien die grüste rabbat auf die steuer, und geld hielfe aus verschiedene institutionen. Das ist in die mentalität gekommen, und wie ein Lobby, man muss 3 kind haben ohne wiessen wieso, rabbat sind geringer geworden glaube ich. :yay:
Was kann ich noch sagen ?

@jybz das finde ich schon interessant. Warum das bei Euch so einfach scheint und bei uns so schwer.

@Bratkartoffel Danke fürs schreiben. Ist ein schwieriges Thema.

@Bratkartoffel Der Bluttest ist ja nur indirekt politischen Entscheidung verbunden. Es ist technisch machbar und deshalb macht man es. Nur, damit man weiß, was man wissen kann. Daraus resultieren natürlich gesellschaftliche Zwänge und dadurch wird es politisch, aber das macht sich selten jemand so richtig klar, damit sitzen Eltern tatsächlich alleine, auf sich selbst gestellt.

@Bratkartoffel Ja, da stimme ich dir zu! Die Diskussion läuft recht einseitig und das ist gar nicht gut..

@Bratkartoffel @scroom natürlich hätten deine Eltern auch deine Autonomie fördern können, sodass du mit 20 5 Kinder gehabt hättest.

@papa @scroom Nein. Meine Mutter hatte 3 Jobs und Papa 2 als ich 18 war. Sie konnten mir mit sehr viel Arbeit das Abi ermöglichen. Ich hätte mir das selbst erarbeiten können. Meine Schwester hat es geschafft. Mit 22 das erste Kind. Sie hat da aber schon 5 Jahre gearbeitet, Ausbildung fertig gehabt. Jetzt hat sie 4 Kinder. Das letzte kam, als sie schon 40 war. Und sie hat keinen Trisomie Test gemacht. Sie hat es einfach passieren lassen. Dafür bewundere ich sie.

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